Samstag, 7. Mai 2022

»Der Herr der Erde« von Novalis




Der ist der Herr der Erde
Der ist der Herr der Erde,
Wer ihre Tiefen mißt,
Und jeglicher Beschwerde
In ihrem Schoß vergißt.

Wer ihrer Felsenglieder
Geheimen Bau versteht,
Und unverdrossen nieder
Zu ihrer Werkstatt geht.

Er ist mit ihr verbündet,
Und inniglich vertraut,
Und wird von ihr entzündet,
Als wär sie seine Braut.

Er sieht ihr alle Tage
Mit neuer Liebe zu
Und scheut nicht Fleiß und Plage,
Sie läßt ihm keine Ruh.

Die mächtigen Geschichten
Der längst verfloßnen Zeit,
Ist sie ihm zu berichten
Mit Freundlichkeit bereit.

Der Vorwelt heilge Lüfte
Umwehn sein Angesicht,
Und in die Nacht der Klüfte
Strahlt ihm ein ewges Licht.

Er trifft auf allen Wegen
Ein wohlbekanntes Land,
Und gern kommt sie entgegen
Den Werken seiner Hand.

Ihm folgen die Gewässer
Hülfreich den Berg hinauf;
Und alle Felsenschlösser,
Tun ihre Schätz ihm auf.

Er fährt des Goldes Ströme
In seines Königs Haus,
Und schmückt die Diademe
Mit edlen Steinen aus.

Zwar reicht er treu dem König
Den glückbegabten Arm,
Doch frägt er nach ihm wenig
Und bleibt mit Freuden arm.

Sie mögen sich erwürgen
Am Fuß um Gut und Geld;
Er bleibt auf den Gebirgen
Der frohe Herr der Welt.



Video:

Der Herr der Erde - Youtube

Montag, 2. Mai 2022

Friedrich Freiherr von Hardenberg 250. Geburtstag

Novalis


Am 2. Mai jährt sich der Geburtstag des Dichters Friedrich Freiherr von Hardenberg zum 250. Male. Friedrich Freiherr von Hardenberg wurde vor 250 Jahren am 2. Mai 1772 geboren.

Nicht nur im Werk, auch in der Kürze seines Lebens, auch in den äußeren Gegensätzen zwischen Alltagsleben und Dichtung liegt eine Faszination an der Person, welche die Jahrhunderte spielend überdauert hat. Faszination für 'Novalis', für das ätherisch abgehobene, feinfühlige, romantische des Dichters, der 'Schmetterlinge lachen hörte', weniger aber für jenen Friedrich von Hadenberg, der als Beamter, als Bergbauingenieur seinen Alltag durchaus bestanden hat und auch in dieser Hinsicht weitere Pläne verfolgte, die nur durch seinen Tod einen plötzlichen Abbruch erfuhren.

Es gibt sie aber, die Verbindungslinien zwischen beiden 'Existenzen'. Es sind nicht 'zwei Seelen' die in einer Brust konkurrierten. Aber man muss schon genau hinschauen, um das eine im anderen zu erkennen und den Dichter aus dem Alltagsleben heraus mit ableiten zu können. Gerhard Schulz schaut genau hin und ist in der Lage, diese Verbindungen aufzuzeigen, indem er das Leben des Friedrich von Hardenberg biographisch nachzeichnet.

Friedrich Freiherr von Hardenberg von einem unerschütterlichen Glauben an die eigene Mission angetrieben, die Welt zu Romantisieren. Friedrich von Hardenberg war ein fleißiger junger Poet, lange bevor er zum Dichter Novalis wurde. Novalis begeisterte sich schon früh für alles Schöngeistige, insbesondere die Dichtung, wovon seine vielen Jugendgedichte (Jugendwerk 1788-1791) ein lebendiges Zeugnis ablegen.

Friedrich Freiherr von Hardenberg hatte viele Talente: er war Jurist, Bergwerksdirektor und Philosoph. Bekannt wurde er als ein bedeutender Dichter der Frühromantik. Seine poetischen und philosophischen Gedichte übten einen starken Einfluss auf die Romantik aus. Während seines Jura-Studiums in Jena, Leipzig und Wittenberg lernte er Friedrich Schiller und Friedrich von Schlegel kennen und befasste sich mit den philosophischen Ideen von Kant und Fichte. Anschließend übernahm er eine Stelle im Salinenwerk in Weissenfels.



In den Werken von Novalis spiegelt sich die romantische Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, dem Phantastischen, dem Ahnungsvollen, nach der Kindheit, nach der Philosophie und Religion wieder.

Die romantische Bewegung beginnt im ausgehenden 18. Jahrhundert. Sie reift parallel mit der Aufklärung, dem Nützlichkeitsstreben und der beginnenden Industrialisierung. Ihr Markenzeichen ist die blaue Blume, entnommen aus dem Beginn des unvollendet gebiebenen Bildungsromans "Heinrich von Ofterdingen" des jungen Autoren Friedrich von Hardenberg, der sich den Künstlernamen Novalis aneignete:

Sein bedeutendstes Werk ist der unvollendete Roman "Heinrich von Ofterdingen" (1802) mit dem Symbol der Blauen Blume. Charakteristisch für seine von der Mystik beeinflussten Dichtkunst sind vor allem die "Hymnen an die Nacht" (1800).

Zu seinen bedeutendsten Werken zählen sein Fragment "Blütenstaub" (1798), "Hymen an die Nacht" (1800), "Heinrich von Ofterdingen" (1802) und der Aufsatz "Die Christenheit oder Europa" (1799).

Seit August des Jahres 1800 erkrankte Novalis an Schwindsucht. Novalis starb am 25. März 1801 in Weißenfels. Novalis' Schriften wurden erst nach seinem Tode veröffentlicht. Sie erschienen erstmals 1802 und wurden von Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck herausgegeben.

Literatur:

Novalis - Poesie und Poetik Novalis - Poesie und Poetik von Novalis

Novalis Werke Novalis Werke von Novalis

Weblinks:

Georg Philipp Friedrich von Hardenberg wurde vor 250 Jahren am 2. Mai 1772 geboren. Novalis - eigentlich Georg Philipp Friedrich von Hardenberg - war ein berühmter Dichter des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Novalis gilt als einer der wichtigsten deutschen Frühromantiker.

Friedrich von Hardenberg war ein fleißiger junger Poet, lange bevor er zum Dichter Novalis wurde.
Novalis begeisterte sich schon früh für alles Schöngeistige, insbesondere die Dichtung, wovon seine vielen Jugendgedichte (Jugendwerk 1788-1791) ein lebendiges Zeugnis ablegen.

Novalis hatte viele Talente: er war Jurist, Bergwerksdirektor und Philosoph. Bekannt wurde er als ein bedeutender Dichter der Frühromantik.

Seine poetischen und philosophischen Gedichte übten einen starken Einfluss auf die Romantik aus. Während seines Jura-Studiums in Jena, Leipzig und Wittenberg lernte er Friedrich Schiller und Friedrich von Schlegel kennen und befasste sich mit den philosophischen Ideen von Kant und Fichte. Anschließend übernahm er eine Stelle im Salinenwerk in Weissenfels.



Novalis war angetrieben von einem unerschütterlichen Glauben an die eigene Mission, der Romantisierung der Welt.

Seine poetischen und philosophischen Gedichte übten einen starken Einfluss auf die Romantik aus. Während seines Jura-Studiums in Jena, Leipzig und Wittenberg lernte er Friedrich Schiller und Friedrich von Schlegel kennen und befasste sich mit den philosophischen Ideen von Kant und Fichte. Anschließend übernahm er eine Stelle im Salinenwerk in Weissenfels.

Novalis

In den Werken von Novalis spiegelt sich die romantische Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, dem Phantastischen, dem Ahnungsvollen, nach der Kindheit, nach der Philosophie und Religion wieder.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören der Roman »Heinrich von Ofterdingen«, »Hymnen an die Nacht« und seine Fragmente »Blüthenstaub« und »Die Lehrlinge zu Sais«.

Sein bedeutendstes Werk ist der unvollendete Roman »Heinrich von Ofterdingen« (1802) mit dem Symbol der Blauen Blume. Charakteristisch für seine von der Mystik beeinflussten Dichtkunst sind vor allem die »Hymnen an die Nacht« (1800).

Novalis


Novalis-Blog
In dem Roman »Heinrich von Ofterdingen« schickt er seinen Helden auf eine lange Reise in exotische Länder. immer auf der Suche nach der geheimnisvollen blauen Blume, ein zentrales Symbol der Romantik. Sie steht für Sehnsucht und Liebe und für das metaphysische Streben nach dem Unendlichen. Die "blaue Blume" symbolisiert die romantische Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, dem Phantastischen, dem Ahnungsvollen, nach der Kindheit, nach der Philosophie und Religion und dem Unendlichen.



Eine Krankheit setzte seinem hoffnungsvollen Leben früh ein Ende. Seit August des Jahres 1800 erkrankte Novalis an Schwindsucht. Novalis starb am 25. März 1801 in Weißenfels.

Novalis' Schriften wurden erst nach seinem Tode veröffentlicht. Sie erschienen erstmals 1802 und wurden von Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck herausgegeben.

Novalis von Wolfgang Hädecke

Die eigentliche Wirkungsgeschichte seines Werkes begann erst nach seinem Tode, als Ludwig Tieck und Friedrich Schlegel 1800, einige der nachgelassenen Werke herausgaben, den in seinem ersten Teil fertiggestellten Roman »Heinrich von Ofterdingen«, das Romanfragment »Die Lehrlinge zu Sais« und die »Geistlichen Lieder«. Den Aufsatz »Die Christenheit oder Europa« ungekürzt der Öffentlichkeit bekannt zu machen, wagten die Herausgeber nicht.

Literatur:

Novalis - Poesie und Poetik
Novalis - Poesie und Poetik
von Novalis

Novalis Werke
Novalis Werke
von Novalis


Weblinks:

Die grossen Meister der Feder I - www.wissen.de

Novalis Weissenfels - www.novalis-weissenfels.de

Novalis-Museum Schloß Oberwiederstedt

Samstag, 30. April 2022

Novalis-Ausstellung im Schloß Oberwiederstedt zum 250. Geburtstag

Schloß Oberwiederstedt


Dem 250. Geburtstag des Dichters Novalis sind in Sachsen-Anhalt verschiedene Veranstaltungen gewidmet. Im Museum in seinem Geburtshaus in Oberwiederstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) wird am 1. Mai mit einer festlichen Veranstaltung eine neue Dauerschau eröffnet. Im Museum in seinem Geburtshaus in Oberwiederstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz wird am 1. Mai mit einer festlichen Veranstaltung eine neue Dauerschau eröffnet.

In dem Schloss kam am 2. Mai 1772 Friedrich von Hardenberg zur Welt. Der Poet der Romanik wurde unter dem Pseudonym "Novalis" ("Hymnen an die Nacht") bekannt. Der Dichter gilt als einer der wichtigsten Protagonisten der Frühromantik.

Dieser Zeit widmet sich zudem eine Forschungsstätte, die im Schloss Oberwiederstedt ansässig ist. Eine Festwoche widmet die Stadt Weißenfels (Burgenlandkreis) dem Leben und Werk des Dichters vom 1. bis 7. Mai, wie eine Sprecherin mitteilte. Dazu gehören eine Ausstellung, Lesungen und eine musikalisch-literarische Veranstaltung unter dem Motto zum "Klang der Blauen Blume". Novalis war 1801 in Weißenfels gestorben. Sein früheres Wohnhaus ist heute ein Museum.

Unterdessen zeigt die Kunststiftung Sachsen-Anhalt unter dem Motto "Poesie und Verstand - Eine Widmung an Novalis" in Halle noch bis zum 29. Mai eine Ausstellung. Zeitgenössische Künstler setzen sich den Angaben zufolge in 30 Arbeiten mit dem Leben und Werk des Dichters auseinander.

Mittwoch, 27. April 2022

Novalis - der Neuland Bestellende

Novalis


Im Februar 1798 schickte Georg Philipp Friedrich von Hardenberg ein Manuskript an seinen Freund August Wilhelm Schlegel mit der Bitte: "Hätten Sie Lust öffentlichen Gebrauch davon zu machen, so würde ich um die Unterschrift Novalis bitten, welcher ein alter Geschlechtsname von mir ist, und nicht ganz unpassend."

Es war eine alte Seitenlinie der Hardenbergs, welche sich nach einem Besitztum "von Rode(n)" oder latinisiert "de Novali" bezeichnete. Von diesem "de Novali"leitete Friedrich von Hardenberg sein dichterisches Pseudonym "Novalis"ab. Novalis bedeutet "Der Neuland-Bestellende". Tatsächlich verstand sich Friedrich von Hardenberg auf dem literarischen Feld als ein solcher.

Als er zu Ostern 1798 seine Fragment-Sammlung "Blüthenstaub" für die Zeitschrift "Athenaeum" herausgab, stellte er sich der Öffentlichkeit als Novalis vor. "Fragmente dieser Art sind literarische Sämereien. Es mag freilich manches taube Körnchen darunter sein: indessen, wenn nur einiges aufgeht!"

Biografie:

Novalis Leben und Werk
Novalis: Leben und Werk
Friedrich von Hardenbergs
von Gerhard Schulz

Samstag, 19. März 2022

Sophie von Kühn 225. Todestag

Sophie von Kühn
Friedrich Hardenbergs große Liebe

Sophie von Kühn starb vor 225 Jahren am 19. März 1797 in Grüningen. Sophie von Kühn war die Verlobte Friedrich von Hardenbergs (Novalis), die im Alter von 15 Jahren starb und deren Andenken er in vielen seiner Werke, insbesondere in den »Hymnen an die Nacht« (1800), eindrücklich bewahrt hat.

Sophie war die Stieftochter des Hauptmanns Johann Rudolph von Rockenthien und Tochter der Sophie Wilhelmine von Kühn. Auf dem Schloss Grüningen im heutigen Thüringen begegneten sich am 17. November 1794 die zwölfjährige Sophie und der 22-jährige Novalis zum ersten Mal. Novalis teilte seinem Bruder Erasmus von Hardenberg in einem Brief darüber mit, dass eine „Viertelstunde“ über sein Leben entschieden habe.

Am 15. März 1795, kurz vor ihrem dreizehnten Geburtstag, gab es dann schon ein inoffizielles Verlöbnis mit Friedrich von Hardenberg.

Im November 1795 wurde Sophie schwer krank, erholte sich aber scheinbar wieder. Nach drei schweren Operationen (damals noch ohne Narkose) zwischen Mai und Juli 1796 verstarb sie jedoch am 19. März 1797 auf dem Schloss Grüningen.


Seine Beziehung zu Sophie von Kühn, der großen Liebe Novalis, die leider viel zu früh und noch vor der geplanten Eheschließung in jungen Jahren verstarb. Novalis war vom Verlust tief getroffen und entwickelte Todessehnsucht, er wollte der Geliebten nachsterben.

Sophie von Kühn wurde am 17. März 1782 geboren.

Samstag, 12. Februar 2022

Friedrich von Hardenbergs Manuskript an Schlegel

Novalis


Im Februar 1798 schickte Georg Philipp Friedrich von Hardenberg ein Manuskript an seinen Freund August Wilhelm Schlegel mit der Bitte: "Hätten Sie Lust öffentlichen Gebrauch davon zu machen, so würde ich um die Unterschrift Novalis bitten, welcher ein alter Geschlechtsname von mir ist, und nicht ganz unpassend."

Es war eine alte Seitenlinie der Hardenbergs, welche sich nach einem Besitztum "von Rode(n)" oder latinisiert "de Novali" bezeichnete. Von diesem "de Novali"leitete Friedrich von Hardenberg sein dichterisches Pseudonym "Novalis"ab. Novalis bedeutet "Der Neuland-Bestellende". Tatsächlich verstand sich Friedrich von Hardenberg auf dem literarischen Feld als ein solcher.

Als er zu Ostern 1798 seine Fragment-Sammlung "Blüthenstaub" für die Zeitschrift "Athenaeum" herausgab, stellte er sich der Öffentlichkeit als Novalis vor. "Fragmente dieser Art sind literarische Sämereien. Es mag freilich manches taube Körnchen darunter sein: indessen, wenn nur einiges aufgeht!"

Biografie:

Novalis Leben und Werk
Novalis: Leben und Werk
Friedrich von Hardenbergs
von Gerhard Schulz